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«Vom Gleichsein und vom Anderssein»

Nicht nur bei einer Integration eines behinderten Kindes in eine Regelklasse, sondern in vielen Situationen des Schulalltags können Kinder lernen, die menschliche Vielfalt als Herausforderung und Bereicherung zu erleben und zu akzeptieren.

Was fremd ist, löst oft Ablehnung aus. Grund dafür ist häufig die Angst vor dem Unbekannten. Es ist deshalb wichtig, dass Ängste und negative Gefühle im Zusammenhang mit dem Anderssein zugelassen, ausgesprochen und diskutiert werden können.

Im NMM-Lehrmittel «Kunterbunt» ist ein Kapitel dem Thema «Vom Gleichsein und vom Anderssein» gewidmet. Im Zentrum steht dabei die Fähigkeit des Perspektivenwechsels. Die Kinder lernen einerseits, ihre eigene Sichtweise bewusst wahrzunehmen. Andererseits sollen sie immer wieder versuchen, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen und Situationen aus deren Blickwinkel zu betrachten.

Folgende Beispiele aus dem Lehrmittel Kunterbunt (3. / 4. Schuljahr) der Reihe Natur – Mensch – Mitwelt, Kapitel «Vom Gleichsein und vom Anderssein» zeigen auf, wie die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel entwickelt und geübt werden kann.

Ganz «normale» Kinder

Themenheft S. 54 und Klassenmaterialien 4 (siehe Download)

Indem die Kinder mit dem oft gebrauchten Wörtchen «normal» experimentieren, erfahren sie, dass nicht für alle Menschen das Gleiche «normal» ist. Der Fragebogen soll aber nicht etwa «Normalitäten» zementieren, vielmehr soll damit der Begriff normal ausgeleuchtet und geklärt werden.

Die Klasse ergänzt den angefangenen Fragebogen mit eigenen Ideen. Anschliessend füllt jedes Kind den Fragebogen für sich aus. Dann sammelt die Klasse die Ergebnisse zu jeder Frage. Aufgrund der Ergebnisse diskutieren die Schülerinnen und Schüler in Gruppen, was eigentlich «normal» ist und ob die Mädchen und Jungen der Gruppe das Gleiche als «normal» empfinden. Danach tauschen die Gruppen ihre Ergebnisse in der Klasse aus.

Anna

Themenheft S.56/57 und Klassenmaterialien 7/8

Die Doppelseite zeigt den Steckbrief und einen Tagesablauf mit Fotos von Anna, einem Mädchen mit einer Spina Bifida (offener Rücken). Die Schülerinnen und Schüler überlegen, was bei Anna gleich ist wie bei ihnen oder was anders ist. Anschliessend erzählen sie von eigenen Erlebnissen mit behinderten Menschen. Danach tauschen die Kinder aus, was sie denken und fühlen, wenn sie behinderten Menschen begegnen.

Im Klassenmaterial sind verschiedene Behinderungen beschrieben. Anschliessend gibt es mehrere Aufgabenstellungen zum Ausprobieren. Nichts sehen – wie ist das? Nichts hören – wie ist das?