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Deutschunterricht

Mit Arbeitstechniken sprachliche Aufgaben bewältigen

Wie gehen Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit sprachlichen Aufgaben um? ­Welche Instrumente und Hilfsmittel geben wir ihnen in die Hand? Eine 5. Klasse lernt zwei Arbeitstechniken zu «Notizen machen» kennen.

Hansruedi Hediger

Die «Arbeitstechniken» des Lehrmittels «Sprachland» unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung einer sprachlichen Aufgabe. Sie lernen zum Beispiel, wie man Schreibprobleme löst, Notizen macht, auswendig lernt oder Informationen in einem Text findet. Arbeitstechniken sind Instrumente, mit denen die Schüler und Schülerinnen Aufgaben lösen und ihren Lernerfolg selber steuern und beeinflussen können. Mit der genau formulierten Technik im Buch, das wie ein Nachschlagewerk benutzt werden kann, machen die Schülerinnen und Schüler neue Erfahrungen und erweitern damit ihr Instrumentarium.

Notizen in verschiedenen Situationen

Das Ziel der Arbeitstechnik «Notizen machen» ist es, dass die Schülerinnen und Schüler Situationen erkennen, in denen sie Notizen machen sollten, dass sie verschiedene Formen von «Notizen machen» kennen lernen, dass sie die Art der Notizen der Situation und den eigenen Bedürfnissen anpassen und dass sie den Nutzen der Notizen für eine Weiterarbeit erkennen.

Auf die einleitenden Fragen, warum und wann man überhaupt Notizen mache und was sie einem nützen, wissen die Schülerinnen und Schüler einiges zu antworten:

  • Ich mache mir Notizen, damit ich etwas nicht vergesse.
  • Notizen kann ich später gut zum Lernen brauchen.
  • Wenn ich meiner Mutter kurz etwas mitteilen will und sie nicht da ist, mache ich ihr eine Notiz.
  • Notizen mache ich nur für mich, dann müssen sie auch nicht schön sein.
  • Mein Vater muss sich im Büro bei Gesprächen immer Notizen machen, damit er später noch weiss, was besprochen worden ist.
  • Ich bin meist zu bequem, mir Notizen zu machen.
  • Meine Grossmutter ist vergesslich, sie schreibt sich immer vor dem Einkaufen eine Liste.

Drei-Spalten-Blatt und Vier-Felder-Blatt

Seit einigen Wochen beschäftigt sich die Klasse mit dem Wetter. Eine Meteorologin hat bei einem Besuch verschiedenste Messgeräte eingeführt und zur Verfügung gestellt. Das Thema Gewitter interessiert Schülerinnen und Schüler besonders. Wohl auch deshalb, weil viele von ihnen schon eigene Erfahrungen damit gemacht haben. Zu einem ersten Vortragsteil der Lehrperson über Blitz und Donner sollen sie sich nun Notizen machen. Anschliessend vergleichen sie mit dem Lernpartner ihre Notizen, lesen im Buch die Arbeitstechnik «Kurze Notizen machen» durch und besprechen, was sie hier Neues erfahren und was sie schon angewendet haben. Nun lernt die eine Halbklasse, wie man mit einem «Drei-Spalten-Blatt» ausführliche Notizen machen kann, während die andere Halbklasse die Anweisung für das «Vier-Felder-Blatt» studiert. Die Techniken werden gleich in einem weiteren Vortragsteil angewendet.

Mein Vater muss sich im Büro bei Gesprächen immer Notizen machen, damit er später noch weiss, was besprochen worden ist.

Zum Schluss stellen sich die beiden Lernpartner gegenseitig die Notizen und die neu gelernte Arbeitstechnik vor. «Das Vier-Felder-Blatt dünkt mich ziemlich aufwändig, und ich habe zuerst nicht genau gewusst, was ich hinein schreiben soll», meint Ismail. Divia findet gut, dass man bei beiden Darstellungen noch Platz für eigene Ideen hat. Die Stichwörter in der linken Spalte hingegen findet sie überflüssig.

Ziel: lehrpersonenunabhängig anwenden

Selbstverständlich müssen Arbeitstechniken nach der Einführung geübt, gepflegt und automatisiert werden, damit sie später in ähnlichen Sprachhandlungssituationen angewendet werden können, auch ohne Hilfe der Lehrperson. Die Arbeitstechniken unterstützen eine Aufgabenkultur, die die zunehmende Autonomie der Lernenden im Blickfeld hat. Dank gut eingeführter und zunehmend frei verfügbarer Werkzeuge wird so selbstwirksames, eigenständiges Arbeiten und Aufgabenlösen ermöglicht.

 

Arbeitstechniken zu Sprachhandlungen werden auch in folgenden Lehrmitteln behandelt:

  • «Sprachfenster» (Schülerbuch, Seiten 6 bis 109)
  • «Die Sprachstarken» Karteikarten
  • «Sprachwelt Deutsch» Werkbuch

 

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