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Kolumne

mein & aber

Unter diesem Titel finden Sie fortan eine Kolumne, in ­der sich Redaktionsmitglieder – und auch mal ein Gast – persönlich zu aktuellen pädagogischen oder bildungs­politischen Fragen äussern. Wenn Sie sich zu einer Reaktion herausgefordert fühlen, platzieren wir gerne Ihren Leserbrief im nächsten Magazin.

Jürg AklinJürg Werner Jundt

Ich möchte heute – passend zum Thema dieses Heftes und aus aktuellem Anlass – ein Spiel beschreiben, das sich hierzulande einer rasant wachsenden Fangemeinde erfreut: Harmopoly. Spielbar zu zweit wie auch in grösseren Gruppen ist dieses Trendspiel gleichermassen geeignet für gemütliche Biertischrunden wie für grosse Arenen; richtig Freude aber macht die Kultversion mit präzis 21 Teilnehmenden im nationalen Rahmen!

Die Regeln sind simpel: Es geht einfach darum, dieselben zu umgehen. Dazu erhalten Sie einen Stapel Spielkarten mit (für alle gleich lautenden) Vorgaben; diese Karten müssen Sie auf einem Spielfeld verteilen. Dabei versuchen Sie beim Ablegen der Karten, möglichst viele davon trickreich abzuändern, oder – noch besser – überhaupt verschwinden zu lassen.

Die Regeln sind simpel: Es geht einfach darum, dieselben zu umgehen.

Beispielsweise bemühen Sie sich, von mehreren Fremdsprachenkarten alle bis auf eine loszuwerden – im Notfall schmeissen Sie diese einfach unter den Tisch. Eine behalten Sie, es muss nicht aus Überzeugung sein, aber damit Sie als Player noch ernst genommen werden – und wichtig: Es sollte möglichst eine Karte sein, die Ihr Nachbar zur Rechten und Ihre Nachbarin zur Linken bereits weggeworfen hat.

Eine matchentscheidende Rolle spielen die Stundenkarten. Bei diesen geht es darum, die aufgedruckte Zahl durchzustreichen und so durch eine andere zu ersetzen, dass möglichst keine Zahl in Ihrer Spielrunde mehrfach vorkommt. Auch sollten Sie die Stundenkarten auf dem Spielfeld so verteilen, dass eine für Sie – und nur für Sie – charakteristische Kombination entsteht.

Die verschieden farbigen Fachkarten ersetzen Sie am besten durch solche mit originellen Mischtönen. Gute Spielerinnen und Spieler bringen sogar Karten mit einem eigenen Design ins Spiel, die sich optimal von den anderen Karten im Spielfeld abheben. Der Ästhetik sind keine Grenzen gesetzt, ausser Ihnen muss niemandem, was immer Sie bei Harmopoly machen, gefallen. Halten Sie aber die Gestaltungsmittel in bescheidenem Rahmen, eine Grundregel von Harmopoly lautet: Das Gaudi darf nichts kosten!

Da jeder und jede von den ganz persönlichen momentanen Einfällen ausgehen kann (und soll!), stellt das Spiel keine grossen strategischen Anforderungen. Sie spielen weder mit- noch wirklich gegeneinander und das Durcheinander entsteht von alleine. So ist es auch selbstverständlich, dass es beim Harmopoly nur Gewinnerinnen und Gewinner gibt. Verlieren tun die Kinder und Jugendlichen – aber die dürfen ja eh nicht mitspielen.

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