farbwelt

Profis haben nie ausgelernt

 

Peter Uhr

Es begab sich im Sommer des Jahres 2004 …

… dass zwei, drei Köpfe sich in einem Restaurant zusammensteckten. Sie dachten darüber nach, wie sie etwas schaffen könnten, das niemand von ihnen erwartete, geschweige denn verlangte. Tätig waren sie bei einem Verlag, der ein Jahr zuvor aus der behördlichen Obhut in die wirtschaftliche und inhaltliche Autonomie entlassen worden war. Alsbald schälte sich über den rauchenden Köpfen ein Plan heraus, der folgende Eckpunkte umfasste: 

«Wir wollen die Schul- und Unterrichtsentwicklung mittels eines pädagogischen Magazins unterstützen. Mit diesem Magazin wollen wir eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis bilden. Die so gedachte Weiterbildung soll möglichst niederschwellig sein. Lesende sollen an Berichten aus der konkreten Schulpraxis sehen können, wie Kolleginnen und Kollegen in Schulen landauf, landab sich den Herausforderungen stellen und diesen in verschiedener Weise begegnen. Dem Magazin gaben die Gründer den Namen «profi-L». Damit wollten sie zweierlei zum Ausdruck bringen: Lehrpersonen sind Profis für das Lehren und Lernen. Und: Das L, anfänglich noch als Lernfahrer-L gestaltet, sollte bedeuten: Richtige Profis haben nie ausgelernt, die lernen immer weiter.

Seit jenem denkwürdigen Sommer sind nun bald 14 Jahre vergangen. Mit dieser Ausgabe erscheint die 41. Ausgabe des «profil». Und immer noch fragen sich die Redaktorinnen und Redaktoren, ob ihr damaliger Plan Früchte trug, ob sich so ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Lehr- und Lernkulturen leisten lässt. Aber jedes Mal, wenn sie wieder in verschiedene Schulen ausschwärmen, Lehrpersonen beim Unterrichten und Kindern beim Denken zuschauen, merken sie: Es tut sich etwas. Denn: Überall wo Mut gemacht wird, werden Kräfte frei.

Mit diesem Beitrag verabschiedet sich Peter Uhr als Redaktionsleiter dieser Zeitschrift. Künftig wird er als freier Mitarbeiter für die «profil»-Redaktion tätig sein.

 

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